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KULTURGESCHICHTE in der Lommatzscher Pflege
Aus der bewegten Vergangenheit der Region sind uns zahlreiche wertvolle archäologische Kulturdenkmäler und Schätze erhalten geblieben. Sie geben uns Aufschluss über das Leben und Wirken der Menschen in der damaligen Zeit sowie verschiedene Einblicke in deren Kulturen.
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 Burg Zehren
Die Burganlage in Zehren war der Mittelpunkt eines Burgwardbezirkes des 10. und 11. Jh.. Der heute noch gut sichtbare Abschnittswall sicherte die Hauptburg am äußeren Spornende. Die Befestigung der Vorburg gibt sich aus der Luft zu erkennen.
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 Göhrisch (im OT Hebelei) an der Elbe
Die "Rauhe Furt" wurde als gefährliche Ausweichübergangsstelle benutzt, um die Zölle bei den offiziellen Übergangsstellen zu sparen, daher auch der Name. Bereits in der Bronzezeit wurde die "Rauhe Furt" vom "Göhrisch" aus bewacht. Dies beweisen archäologische Funde, die aus einer Zeit bis 1800 v. Chr. stammen.
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Altlommatzsch, ein Friedhof der späten Bronzezeit und des Mittelalters
Hierbei handelt es sich um ein Gräberfeld, das sich nördlich von Altlommatzsch erstreckt und 1957/1958 archäologisch untersucht werden konnte. Einem knappen Drittel der Gräber hatte man Perlen, Schläfenringe, Messer und Keramikgefäße mitgegeben, die eine Datierung in das 10. und frühe 11. Jh. ermöglichen. Zu diesem Zeitpunkt muss also die slawische Bevölkerung der Lommatzscher Pflege von der Brand- zur Körperbestattung übergegangen sein. Eine hohe Kindersterblichkeit und eine Lebenserwartung von ca. 30 Jahren lassen ebenso wie zahlreiche krankhafte Veränderungen am Knochenbau der Toten auf harte und entbehrungsreiche Lebensbedingungen bzw. erhebliche körperliche Belastungen schließen.
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 Zöthain-Mettelwitz, slawische Burg
Die Burg von Zöthain, über dem Ketzerbach nordwestlich von Mettelwitz gelegen, gehörte im 10. Jahrhundert zu jenen Befestigungen, die das Gebiet des slawischen Stammes der Daleminzier schützte. In der Forschung wurde deshalb auch versucht, diesen Platz mit der 928 / 29 von dem deutschen König Heinrich I. eroberten Hauptburg „Gana" dieses Stammes gleichzusetzen. Die militärische Bedeutung dieser Burg scheint mit dem Beginn der deutschen Herrschaft in der Lommatzscher Pflege erloschen zu sein.
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 Zschaitz Burgberg
Zum ersten Mal scheint der Burgberg bereits in jüngster Bronzezeit bzw. der frühen Eisenzeit (800-500 v. Chr.) besiedelt und wohl auch befestigt worden zu sein. Im 10. Jh. n. Chr. machte man sich die Gunst der Schutzlage ein zweites Mal zu Nutzen und errichtete eine doppelte Befestigung. Der äußere Wall ist durch den Ackerbau zerstört, der innere im Gelände noch gut sichtbar.
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 Neuhirschstein, slawischer Burgwall "Boritz"
Auf dem westlichen Elbufer, wohl an einem Übergang der Hohen Straße über den Fluss, liegt südöstlich von Althirschstein in einem Wäldchen auf einer felsigen Terrasse ein gut erhaltener Burgwall. Es dürfte sich um einen Burgwardsitz handeln, der 979/983 erstmals in den Quellen erwähnt wird. Scherbenfunde können in das 10.-12. Jh. eingeordnet werden.
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 Stauchitz/ Hof, "ubs quae dicitur Gana" ?
Unter einer Geländekuppe an der Jahna zwischen Hof und Stauchitz verbirgt sich eine frühmittelalterliche Burganlage, deren Befestigung stark verschliffen ist. Durch Luftaufnahmen und geomagnetische Messungen gelang es, die Umwehrung wieder sichtbar zu machen. Zahlreiche Oberflächenfunde stammen aus der Zeit zwischen dem 8. und dem 11. Jh. n. Chr. Verschiedene Wissenschaftler möchten hier jene „ubs quae dicitur Gana“ lokalisieren, die nach der Chronik des Widukind von Corvey 928/29 von König Heinrich I. errichtet worden sein soll. Funde des 9.-5. Jh. v. Chr. lassen auf eine Siedlung der späten Bronzezeit bzw. der frühen Eisenzeit schließen. Grabungen des Jahres 2003 zeigen, dass die Befestigung mindestens dreimal zu einem mächtigen Wall ausgebaut worden ist.
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 Steudten, "Huthübel" - Menhir der späten Jungsteinzeit oder mittelalterliche Gerichtsstätte?
Weithin sichtbar liegt südöstlich von Steudten eine Anhöhe, auf der sich eine hügelartige, fast 2 m hohe Erdanschüttung erhebt. Auf dem höchsten Punkt des Hügels steht ein 1,7 m hoher, säulenartiger Stein aus Quarzporphyr, der als Menhir (aufgerichteter Stein) bzw. Monolith (einzelner Stein) einer der östlichsten Ausläufer der sog. Megalithik (große Steine) wäre. Typische Vertreter dieses Phänomens, das in Westeuropa seinen Ursprung hat und dort bis in das 5. Jt. v. Chr. zurückreicht, sind Steinreihen, Dolmen oder Ganggräber. Der Norden Deutschlands (Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen) weist die größte Dichte an Megalithbauten auf. Andere leiten die Flurbezeichnung Huthübel jedoch von den sog. Hutgerichten her und halten diese Anhöhe für eine mittelalterliche Gerichtsstätte. In jedem Fall handelt es sich um eines der eindrucksvollsten sichtbaren archäologischen Kulturdenkmäler in der Lommatzscher Pflege.
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Dragonerberg, mittelalterkliche Burg
Er liegt über dem Ketzerbach, dem Schloss Schieritz gegenüber. Die Burg dürfte Mitte des 12. Jhs. errichtet worden sein.
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Spitzhäuser, eine slawische Abschnittsbefestigung
Sie liegt südlich von Zehren. Hierbei handelt es sich um ein 2700m² großes geschütztes Areal. Neben slawischen Funden des 8./9. Jh. v. Chr. liegen Hinweise auf eine ältere Besiedlung während der späten Bronzezeit vor.
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Niederjahna, Wasserburg
In einer Schleife des Jahnabachtales sind in Niederjahna zwei Teiche angestaut. Auf der Insel stand eine mittelalterliche Burg.
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Tanzberg, germanisches Gräberfeld
Zwischen Prositz und Piskowitz liegt der Tanzberg. 1906 bis 1909 konnte hier ein germanisches Gräberfeld des 1. Jh. n. Chr. ausgegraben werden.
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Lautzschen, mittelalterliche Wasserburg
Am nordwestlichen Ortsrand von Lautzschen liegt in einer sumpfigen Niederung eine der besterhaltenen Wasserburgen unseres Raumes. Die Anlage dürfte bis an den Beginn des 13. Jh. zurückreichen.
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Höfgen, Schanzberg
In einer Schleife der Kelzge, einem Zufluss des Ketzerbaches, liegt eine Befestigung des 10. Jh. n. Chr.
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Leuben
"In burguuardo Lovine in pago Dalmince" heißt es in einer Urkunde aus dem Jahr 1069, die Leuben als Mittelpunkt eines Burgwardes, d. h. eines ottonischen, frühdeutschen Verwaltungsbezirkes nennt. Die Burg darf auf dem Leubener Kirchberg vermutet werden.
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Ziegenhain, slawische Burg
Mit einer umwehrten Fläche von etwa 1 ha gehört der Ziegenhainer Burgberg zu einer slawischer Befestigung des 9. Jh. n. Chr.. Nach Scherbenfunden zu urteilen, dürfte die Befestigung das 10. Jh. nicht mehr erreicht haben.
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Mochau, Burganlage
In einer Urkunde Kaiser Heinrich IV. aus dem Jahr 1090 ist für Mochau der Sitz eines mittelalterlichen Burgwardes, überliefert. Eine befestigte Anlage befand sich vermutlich südöstlich des Ortes auf einem Bergsporn und ist durch einen Steinbruch stark gestört.
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Choren, Abschnittsbefestigung
Scherbenfunde weisen auf eine Befestigung des 10./11. Jh. hin, deren Identifizierung mit der 983 in einer königlichen Schenkungsurkunde erwähnten "civitas Corin in pago Dalaminzia" jedoch umstritten ist.
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Neuhirschstein, mittelaterliche Burg
Ca. 60 m südöstlich des Ringwalles erhob sich auf einem turmhügelartigen Felsen die 1205 erstmals erwähnte Burg Hirschstein.
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Landesamt für Archäologie Dr. M. Strobel |
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