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1 LANDWIRTSCHAFT & ARCHÄOLOGIE in der Lommatzscher Pflege

Die Lommatzscher Pflege - eine 7500 Jahre alte Agrarlandschaft
Die Lommatzscher Pflege ist eine seit Jahrtausenden bäuerlich geprägte Landschaft. Vor etwa 7500 Jahren, schon in der frühen Jungsteinzeit ließen sich auf den Lößböden die ersten bäuerlichen Gruppen nieder. Die Hochertragsregion der Gegenwart ist eine der wichtigsten Altsiedellandschaften der Vergangenheit. Die kontinuierliche Besiedlung führte zu einer einmaligen Dichte archäologischer Kulturdenkmäler. Das Archiv im Boden birgt wertvolle Quellen aus allen Zeitabschnitten prähistorischer Menschheits- und Kulturgeschichte in Sachsen.

Unersetzliche Geschichtsquellen
Auf einer Fläche von etwa 300 km² sind bis heute etwa 650 archäologische Kulturdenkmäler bekannt. Wahrscheinlich handelt es sich dabei aber nur um ein Viertel dessen, was ursprünglich vorhanden war. Denn jährlich werden neue Fundstellen entdeckt. Durch den systematischen Einsatz der Luftbildarchäologie hat sich der Denkmälerbestand in den letzten Jahren beträchtlich vermehrt. Auch bei Ausgrabungen kommen immer wieder völlig unbekannte Fundplätze zutage. Während die Wälle vorgeschichtlicher und mittelalterlicher Burgen auch heute noch eindruckvolle Monumente der Vergangenheit darstellen, liegen die meisten archäologischen Kulturdenkmäler wie Siedlungsreste und Friedhöfe unsichtbar unter der Erdoberfläche im Boden verborgen. Dort sind sie vielfältig bedroht.

Das Archiv im Boden ist nicht unerschöpflich
Die größte Gefahr für das Archiv im Boden geht in einer intensiv genutzten Agrarlandschaft von Erosion und mechanischer Verlagerung aus. Diese Zerstörungsprozesse vollziehen sich schleichend und sind unumkehrbar. Auch wenn der Mensch seit je her in die Landschaft eingegriffen hat, beschleunigte die Industrialisierung der Landwirtschaft im Laufe des 19. Jahrhunderts den Schwund des Archivs im Boden. Mit Kollektivierung und Großfelderwirtschaft waren Landschaftsveränderungen verbunden, die die Erosionsanfälligkeit des Bodens sicher erhöht haben. Die moderne, hoch technisierte Landwirtschaft ist bis heute Nutznießer dieser Flurbereinigungsmaßnahmen. Aktuelle Strukturveränderungen lassen einen wachsenden Nutzungsdruck und damit auch einen weiteren Verlust an archäologischen Kulturdenkmälern befürchten.

Landwirte als Archäologen
Die erste grundlegende wissenschaftliche Studie zur Besiedlungsgeschichte der Lommatzscher Pflege stammt von dem Mutschwitzer Landwirtssohn Alfred Hennig (1886-1916). Er begegnete auf seinen Streifzügen durch das Lößgefilde historisch interessierten Bauern, die seit der Jahrhundertwende enge Kontakte zum Archiv urgeschichtlicher Funde aus Sachsen pflegten. Durch den Einsatz moderner Landmaschinen, vor allem Pflüge, waren um 1900 zahlreiche neue Fundstellen zutage gekommen. Den Landwirten Max Andrä (Seebschütz), Ott Mehner (Leippen) und Oskar Wallrabe (Birmenitz) sowie dem Viehhänder Max Biedermann (Mauna) verdankt die archäologische Denkmalpflege nicht nur viele Fundmeldungen, sondern ganz herausragende Funde wie die jungsteinzeitlichen Statuetten von Birmenitz, Mauna und Schänitz oder jüngereisenzeitliche Gräber von Seebschütz. Dieser Faden ist auch 1945 nicht abgerissen. Ihn gilt es heute wieder verstärkt aufzunehmen.

Das Projekt Landwirtschaft und Archäologie in der Lommatzscher Pflege

Informieren, Motivieren und Vernetzen
Wer nicht weiß, welche herausragenden archäologischen Quellen im Boden einer Landschaft wie der Lommatzscher Pflege verborgen sind, wird wenig Verständnis für deren Schutz aufbringen oder sich gar aktiv für das Archiv im Boden einsetzen. Dabei handelt es sich um vergängliche und endliche Ressourcen, deren Erhaltung in keinem geringeren öffentlichen Interesse liegt als die nachhaltige Fürsorge für unsere natürlichen Lebensbedingungen. Natur-, Umwelt-, Boden- und Denkmalschutz dienen der Bewahrung einer vielfältigen Kulturlandschaft, die natürliche und wirtschaftliche Lebensgrundlagen ebenso bieten soll wie Anknüpfungspunkte kultureller Identität. Die Vermittlung von Grundlagen, Zielen und Herangehensweisen ist deshalb eine wichtige Voraussetzung für einen nachhaltigen Schutz archäologischer Kulturdenkmäler im ländlichen Raum. Sie richtet sich nicht nur an landwirtschaftliche Betriebe, sondern auch an Eigentümer, Kommunen, Landkreise, staatliche Behörden und alle Bürger, die in diesem Raum beheimatet sind. Erst die Identifikation mit dem archäologischen Erbe schafft Akzeptanz für Maßnahmen, die auch von Besitzern mitgetragen werden. Möglichst viele Akteure aus Landwirtschaft, Umwelt- und Denkmalschutz erstmals miteinander ins Gespräch zu bringen, die jeweiligen Interessenlagen und Gemeinsamkeiten kennenzulernen und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen, ist ein Hauptziel des Projektes "Landwirtschaft und Archäologie".

Gefahren Identifizieren, Konkretisieren und Bewerten
Die Überlieferung archäologischer Strukturen wechselt in Abhängigkeit von Bodenentwicklung, Relief und Bewirtschaftungsgeschichte ganz erheblich. Schutzmaßnahmen sind aber nur dort sinnvoll, wo noch eine gute Erhaltung der Denkmalsubstanz zu erwarten ist. Deshalb müssen Gefährdungszonen identifiziert und Erhaltungszustände beschrieben werden. Dabei kommen E3D-Modellierungen ebenso zum Einsatz wie Bohrstocksondierungen und archäologische Sondagen. Alte Luftbilder und Karten zeigen die Landschaftsentwicklung der letzten 150 Jahre.

Maßnahmen Planen, Umsetzen und Überwachen
Ein dritter Projektschwerpunkt liegt auf der Konzeption von Maßnahmen. Die Planung erfolgt im engen Dialog mit den Betrieben, die ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Interessen in das Projekt einbringen. Pfuglose Bewirtschaftung, Direkt- bzw. Mulchsaat, Zwischenfruchtanbau werden bereits in größerem Umfang praktiziert und haben gute Aussichten auch auf Denkmalfächen zum Einsatz zu kommen. Neue technische Entwicklungen, wie eine teilfächen-, d.h. GPS - gesteuerte Landwirtschaft bieten Perspektiven für eine zielgenaue denkmalverträgliche Bewirtschaftung. Für landschaftspfegerische Maßnahmen oder Schlagteilungen wiederum ist ein Eigentümereinverständnis erforderlich. Voraussetzung sind immer intensive Gespräche und Informationen über den Denkmälerbestand. Die Berücksichtigung archäologischer Kulturdenkmäler in Ökokonten verspricht nachhaltige Schutzwirkungen an der Schnittstelle zu Natur- und Umweltschutz.

Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.

Projektpartner:
Landesamt für Archäologie
Umweltzentrum Ökohof Auterwitz e. V.
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Umweltallianz Sachsen
H&G GmbH
TU Bergakademie Freiberg
Stadtverwaltung Lommatzsch
Förderverein für Heimat und Kultur in der Lommatzscher Pflege e. V.
Verband der Landesarchäologen in Deutschland

Partnerbetriebe:
Agrarunternehmen Lommatzscher Pflege e.G.
Agrar AG Ostrau
Feldgemüsebau Gert Harz
Geiger KG Ehrlichhof
Gerhard Gröbner GbR
H. & J. Paas GbR
Hofgut Reichardt-Matthes GbR
Landgut Westewitz GbR
Landwirtschaftsbetrieb Dr. Hähnel
Landwirtschaftsbetrieb Andreas Kucka
Landwirtschaftsbetrieb Olaf Planitz
Landwirtschaftsbetrieb Schmidt-Gödelitz
Landwirtschaftsbetrieb Peter Traub
Landwirtschaftsbetrieb Axel Wachs
Lempe GbR
Lempe-Neumeister GbR
Saatzucht von Kameke Lommatzsch GbR
Schwäbe GbR
Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt
Wolters-Schröder GbR

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KULTURGESCHICHTE



Zahlreiche Kuklturdenkmäler sind lebendige Zeugen vergangener Zeiten.

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GASTRONOMIE



Genießen Sie deftig-sächsische Küche in angenehmen Ambiente.


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