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Beispielprojekte

Erfolgsbeispiele aus den sechs Handlungsfeldern des Entwicklungskonzeptes der Lommatzscher Pflege. Diese stehen stellvertretend für all die Maßnahmen, die in den letzten Jahren umgesetzt werden konnten oder sich in Umsetzung befinden.

Ländliches Leben
Schlossmühle Schieritz

 

Die Maßnahmen, die im Handlungsfeld Ländliches Leben umgesetzt werden und wurden, sind sehr umfangreich und vielfältig. Sie haben zum Ziel, die Wohn- und Lebenssituation in der Region zu stabilisieren und zu qualifizieren. Da das Handlungsfeld ein sehr breites Spektrum aufweist, wurden hier bisher die meisten Projekte realisiert (Halbzeitevaluierung ILEK 2010).

Ein Schwerpunkt in diesem Handlungsfeld sind Maßnahmen zur Optimierung und Verbesserung des Straßen- und Wegenetzes. Der Ausbau der Erschließungsstraßen im Ortskern Zadel steht hier beispielhaft für diese Projekte. In Zadel wurde die Dorfstraße am Anger grundhaft ausgebaut, die angrenzenden Nebenflächen ortstypisch gepflastert, die Straßenentwässerung erneuert. Die Dorfstraße ist ein Knotenpunkt für Anlieger, Gewerbetreibende und Touristen.
Der Straßenausbau verbessert die Infrastruktur und trägt maßgeblich zur Erhöhung der Attraktivität bei.
Die Entwicklung im Bereich Wohnen wird neben den Infrastruktureinrichtungen ganz wesentlich durch die Wohnangebote bestimmt. Dabei wird auf die in der Lommatzscher Pflege erhaltene typisch ländliche Bausubstanz besonders viel Wert gelegt. (ILEK 2007)
Ein wunderbares Beispiel, unter vielen weiteren für die Wiedernutzung und Wiederbelebung leerstehender ländlicher Gebäude, ist das Projekt von Herrn Peter Strohmer – Wiedernutzung / Sanierung des Wohngebäudeteils der Schlossmühle Schieritz – als Hauptwohnsitz der jungen Familie in Schieritz. Die Schlossmühle Schieritz stand seit einigen Jahren leer, bevor sie der Projektträger erwarb. Ziel ist es, nicht nur das Wohngebäude wieder zu nutzen, sondern auf Dauer das gesamte Hofensemble. Zur Herrichtung des Wohngebäudes waren umfangreiche Baumaßnahmen notwendig. Die Grundrisse und die Raumnutzung des Mühlengebäudes blieben in ihrer jetzigen Form und Funktion erhalten und wurden unter Beachtung denkmalpflegerischer Aspekte saniert. Langfristig gesehen soll das gesamte Mühlenensemble den interessierten Besuchern so original wie möglich erhalten bleiben. Der Projektträger gibt Besuchern am Mühlentag, am Tag des Denkmals oder auf Nachfrage einen Einblick in die Mühlentechnik und Energieerzeugung vergangener Zeiten.

Regionale Identität
Sieger Fotowettbewerb 2012 - Thomas Uhlemann

 

Im ILEK der Lommatzscher Pflege von 2007 lautet es: „Die Sicherung und Zukunftsfähigkeit der Entwicklungsbereiche Arbeiten, Leben und Wohnen wird maßgeblich von der regionalen Identität bestimmt. Nur wenn sich die Bürger,
Unternehmer etc. mit ihrer Heimat identifizieren und ihre Werte kennen und teilen, werden sie sich für die zukünftigen Aufgaben in der Region engagieren.“. Das Regionalmanagement ist dabei ein wichtiger Partner und Multiplikator in der Region. Ziel des Regionalmanagements ist es auch, die vorhandenen Potentiale und das bestehende Engagement zu stärken und zu bündeln.

Mit vielfältigen Aktivitäten wird auf die landschaftlichen, kulturellen und geschichtlichen Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten der Lommatzscher Pflege aufmerksam gemacht. In den letzten Jahren wurden dafür geeignete
Präsentationsmittel entwickelt und erstellt, z.B. zwei Rollups, eine Imagebroschüre und eine Präsentationsmappe sowie zahlreiche Flyer und Plakate. Im August 2012 rief das Regionalmanagement den Fotowettbewerb „Wo Werte
wachsen“ aus. Ob Jung oder Alt, alle die Spaß am Fotografieren haben, waren aufgerufen die Vielfalt in der Lommatzscher Pflege einfangen. Auch damit wirbt das Regionalmanagement aktiv für die Region, um den Bekanntheitsgrad zu verbessern.

Wirtschaft
Pfarrhof Tanneberg

 

„Nur eine prosperierende Wirtschaft wird zu zusätzlichen Arbeitsplätzen führen bzw. vorhandene Arbeitsplätze sichern. Die Tatsache, einen Arbeitsplatz in der Region zu haben bzw. zu finden, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass auch der Lebensmittelpunkt in der Region gewählt wird, d.h. man sich eine Wohnung nahe dem Arbeitsplatz sucht und dort lebt.“ (ILEK 2007)

Zahlreiche Maßnahmen konnten mit Hilfe der Fördermittel der ILE in den letzten Jahren umgesetzt werden. Beispielhaft wird hier im Handlungsfeld Wirtschaft das Projekt der Familie Herbst – Sanierung und Umnutzung eines Seitengebäudes des „Pfarrgutes Tanneberg“ – für Gewerbe im Ortsteil Tanneberg vorgestellt. Der einstmalige 4-seitige Pfarrhof besteht zurzeit aus 3 Gebäudeteilen: Haupthaus/Wohnhaus, Pächterhaus und einem kleinen Scheunengebäude. Die Fördermaßnahme umfasste die Sanierung und Umnutzung des zweigeschossigen
Pächterhauses zu Gewerberäumen (Büro, Werkstatt, Lagerräume). Im Rahmen des denkmalgerechten Umbaus erfolgten umfangreiche Herstellungs- und Sanierungsarbeiten an Dach, Holzkonstruktion, Fassade, Fußböden und
Installation der Haustechnik. Die Aufwertung des Standortes bietet dem Handwerksbetrieb eine verbesserte
Geschäftsgrundlage für das Unternehmen.

Landwirtschaft
Luzernetrocknungsanlage

 

Die Landwirtschaft ist weiterhin ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Sie prägt durch umweltbewusstes Wirtschaften die Kulturlandschaft und trägt dadurch maßgeblich zur Lebensqualität sowie zur Attraktivität der Region bei. „Die hohe Bedeutung der Landwirtschaft, ihre nachweisliche Innovativität und die hervorragenden Böden führen zu Initiativen und Aktivitäten im Bereich der alternativen Energien und nachwachsender Rohstoffe.“ (ILEK 2007)

Bisher wurden im Handlungsfeld Landwirtschaft wichtige Maßnahmen umgesetzt, die allerdings nicht über die ILE-Richtlinie sondern aus der Fachförderung oder ohne Fördermittel finanziert wurden. Ein Projekt davon ist die Luzernetrocknungsanlage des Agrarunternehmens „Lommatzscher Pflege“ eG in Pitschütz/Stadt Lommatzsch. Die Anlage ist ein doppelstöckiger Quaderballentrockner mit Wärmetauscher. Für das Trocknungsverfahren wird die Abwärme der Biogasanlage genutzt. Durch die Trocknung von Luzerne wird hochwertiges eiweißreiches Futtermittel für die Kühe hergestellt und ein Beitrag für eine gesunde Tierhaltung geleistet. Der Anbau von Luzerne wirkt sich zudem positiv auf den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit aus und trägt zum Erosionsschutz bei. Die Anlage wurde 2008 als Pilotanlage in Deutschland in Betrieb genommen.

Natur / Umwelt
Neu gestaltete Außenanlagen der AG Modellbahn Meißen e.V.

 

Das Handlungsfeld Natur und Umwelt ist eng mit dem Handlungsfeld Landwirtschaft verknüpft. Maßnahmen des aktiven Umweltschutzes, wie Renaturierung, Entsiegelung (Abbruch von baulichen Anlagen) oder die Anlage von Biotopen entsprechen den Zielen des ILEKs.

Projekte, besonders im Bereich der Flächenentsiegelung und des Abbruchs desolater ländlicher Bausubstanz, tragen zur Weiterentwicklung bzw. Regulierung von orts- oder regionaltypischen Siedlungs- und Landschaftsstrukturen bei.
Die Arbeitsgemeinschaft Modellbahn Meißen e. V. konnte mit Hilfe von Fördermitteln den Abbruch des Vorderhauses des ehemaligen Kulturhauses Großkagen umsetzen. Der Verein wurde im Jahr 1998 Eigentümer des Saalgebäudes und in den Folgejahren erfolgte die Sanierung. Im Jahr 2007 erwarb der Verein auch den
dazugehörigen Gasthof. Auf Grund der maroden Bausubstanz und sicherheitstechnischen Notwendigkeiten bestand das Erfordernis das Vorderhaus abzubrechen. Die freigewordene Fläche wurde entsprechend dem Vereinsinteresse umgestaltet und dem ländlichen, ortstypischen Charakter angepasst. So entstanden z. B. Stellplätze und eine attraktive Freifläche mit Ausstellungsstücken sowie Elementen aus der Bahngeschichte. Die „Arbeitsgemeinschaft Modellbahn Meißen e.V.“ ist ein gemeinnütziger Verein und steht hier beispielhaft für die zahlreichen Aktivitäten von Vereinen im LEADER-Gebiet der Lommatzscher Pflege, die mit viel Freude und Kreativität Anziehungspunkte
in der Region schaffen und somit den Bekanntheitsgrad erweitern.

Tourismus / Naherholung
Pension und Kochschule „Lebensart“

 

Im Handlungsfeld Tourismus und Naherholung steht die Entwicklung eines regional orientierten Thementourismus im Vordergrund, z. B. die Präsentation von Geschichte, Kultur und Natur oder das Erleben von Geologie und Bergbau.
Um einen maximalen Nutzen für die Region zu ziehen, ist deren infrastrukturelle Vernetzung in Form von Rad-, Wander- und Reitwegen sowie Rast- und Parkplätzen notwendig (ILEK 2007).

Die Ausschilderung der vorhandenen Wege ist weitestgehend abgeschlossen und mit dem Wanderparkplatz in Gauernitz, dem Rad- und Wanderrastplatz an der Kirche Jahna sowie dem sich im Bau befindenden Wanderparkplatz in Robschütz wird die infrastrukturelle Vernetzung vorangetrieben. Gleichzeitig gilt es, die Angebote zur aktiven Erholung zu erweitern und die Infrastruktur im Bereich Beherbergung und Gastronomie zu verbessern. Dies jedoch nicht flächendeckend, wie es im ILEK lautet, sondern vor allem bei solchen Projekten, die besonders innovativ und imageprägend sind. Die Umnutzung einer Scheune als Pension zur Erweiterung der bisherigen Bettenkapazität von 4 Betten - Pension Weigel in Niederlommatzsch stellt ein solches Beispiel dar. Die Scheune ist Teil eines ehemals landwirtschaftlich genutzten Dreiseithofes und ist für das Ortsbild prägend. Die Unternehmensgründerin Carola Weigel plante durch die Umnutzung der Scheune ihr Beherbergungsgewerbe um 3 Doppelzimmer, zwei Einzelzimmer und eine Ferienwohnung zu erweitern. Für das gesamte Vorhaben wurde auf eine hochwertige Ausstattung und auf die Verarbeitung von natürlichen Materialien mit viel Liebe zum Detail und eigenem Stil geachtet. Weiterhin ist eine Kochschule im Erdgeschoss entstanden. In der Pension und Kochschule „Lebensart“ werden Themenschwerpunkte angeboten: Wein- und Genusswandern, Unterkunftsangebot für Radfahrer mit hohem Komfort, Entdecken
der Lommatzscher Pflege, geführte Touren mit Picknicks zu ausgewählten Orten. Die Pension bietet ihren Gästen einen erlebnisreichen, aktiven und zugleich entspannenden Landurlaub.