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Slawenzeit

Zahlreiche archäologische Funde geben Aufschluss über die Geschichte der Region

Slawenzeit

Befestigung "Burg" Gana, welche im Winter 928/929 zerstört wurde.
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Die älteste slawische Landnahme setzt wahrscheinlich frühestens im 7. Jh. v. Chr. ein, sofern die Friedhöfe von Nünchritz und Paußnitz mit Brandbestattungen in Urnen vom sog. Prager Typ tatsächlich so alt sind. Hatten sich diese Gemeinschaften vor allem nach Böhmen und Mähren orientiert, wanderten im 8. und 9. Jh. offenbar Gruppen aus Schlesien bzw. dem mittleren Donauraum zu, die zur Zeit Karls des Großen als „Sorben“ erstmals in den Schriftquellen erscheinen.

Der Bayerische Geograph erwähnt für den Gau Daleminzien 14 „civitates“, deren Mittelpunkte seit dem 9. Jh. befestigte Siedlungen waren. Diese Burgen lagen auf unzugänglichen Bergspornen oder in feuchten Niederungen und waren gut zu verteidigen. Von kleinen Dörfern in den Niederungen und Quellmulden ausgehend, erschloss sich die slawische Bevölkerung die fruchtbare Lösshügellandschaft, die sich in der Zwischenzeit zumindest teilweise wiederbewaldet hatte. Diese Aufsiedelung ging von den qualitätsvollen dunklen Lösslehmböden um Lommatzsch aus, wo auch die Ortschaften der ältesten Namensschicht liegen. Am ehemaligen Paltzschener See soll sich ein Heiligtum der Daleminzier befunden haben.

Anfang des 10. Jh. n. Chr. verloren die slawischen Daleminizier ihre Unabhängigkeit; der deutsche König Heinrich I. führte mehrere blutige Feldzüge gegen die Slawen, die in der Zerstörung einer Befestigung urbs quae „dicitur Gana“ im Winter 928/929 und in der Errichtung der Burg Meißen mündeten.
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Kaiser Otto der Große gründete 968 schließlich das Bistum Meißen und schuf damit die Vorausse- tzung für die Christianisierung. Sein Nachfolger, Heinrich II. (973-1024), musste die deutsche Herrschaft gegen den Polenherzog Boheslav Chobry (965-1025) verteidigen. Zur ihrer Absicherung wurden neben dem Meißner Burgberg weitere Plätze befestigt. Sie bildeten deutsche Vorposten, sog. Burgwardsmittelpunkte umgeben von slawischen Dörfern. Durch Ausgrabungen auf dem Zehrener Burgberg in den 1950er Jahren sind wir über diese relativ kleinen Wehranlagen recht gut unterrichtet. Ein Friedhof dieser Zeit liegt bei Altlommatzsch.

Dr. sc. phil. H. Plaul



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