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Schmalspurbahn

Schmalspurbahn

Der Löthainer Schmalspur-Bahnhof beinhaltet heute ein liebevoll-restauriertes Museum mit vielen originalen Details.




Webseite  Schmalspurbahnmuseum
Webseite  sächs. Schmalspurbahnen
Webseite  Wilsdruff-Döbeln-Gärtitz
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Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts entstand im
Zuge der industriellen Entwicklung in Sachsen ein umfangreiches
Schmalspurbahnnetz mit einer Spurweite von 750 mm, das eine Ausdehnung von über 500km Länge hatte. In unserem Territorium bildeten das Wilsdruffer und das Mügelner Schmalspurbahnnetz wichtige Verkehrsknotenpunkte.

Zwischen 1909 und 1911 wurden beide Netze durch die so genannte WG-Linie (Wilsdruff - Gärtitz) miteinander verbunden. 1923 folgte dann die letzte Verbindung von Oberdittmannsdorf nach Klingenberg-Colmnitz. Somit konnte man von Nerchau-Trebsen im Nordwesten bis ins erzgebirgische Frauenstein im Südosten durchgehend mit der Schmalspurbahn reisen.

1909 wurde die Strecke von Meißen-Triebischtal nach Lommatzsch röffnet und 1911 folgte die Streckenführung von Lommatzsch nach Döbeln. Abzweige bzw. Gabelstellen zwischen dem Wilsdruffer und dem Mügelner Schmalspurbahnnetz waren Garsebach bei Meißen, Mertitz-Gabelstelle bei Lommatzsch und Gärtitz bei Döbeln.

Die Blütezeit der Schmalspurbahn

Der Transport von landwirtschaftlichen Produkten, Düngemitteln, Kohlen, Kaolin und Ton aus dem Löthainer Bergbaurevier standen stets im Vordergrund. In der Erntezeit fuhr die Bahn auf der WG-Linie bis an die Leistungsgrenze. Besonders erwähnenswert war der Rübentransport in die Döbelner Zuckerfabrik, was ihr auch den volkstümlichen Namen "Rübenbahn" einbrachte.

Natürlich spielte auch der Personentransport eine beachtliche Rolle, schließlich hatte die Schmalspurbahn Anschluss zur regelspurigen Eisenbahn und somit zur "weiten Welt". Nicht zu vergessen sind die Arbeiterzüge nach Meißen, Lommatzsch, Döbeln und Freital.

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Die Strecke von Meißen nach Lommatzsch durch das Käbschütztal war 12 Kilometer lang und führte über Brücken und Durchlässe. Bekanntestes Bauwerk war der Robschützer Viadukt. Mit einer Länge von 206 Metern war er Deutschlands längste Schmalspurbahnbrücke und überspannte das Triebischtal in einer Höhe von 12 Metern. Leider war sie Schauplatz zweier tragischer Unglücksfälle (1949 und 1962) bei denen Todesopfer zu beklagen waren, weil die Lokomotiven, beziehungsweise ein ganzer Zug, abstürzten.Als in den 60er Jahren die schrittweise Stilllegung der Schmalspurbahnen durch die Deutsche Reichsbahn veranlasst wurde, entledigte man sich sehr schnell des gefährlichen Streckenabschnittes Meißen - Löthain. Er wurde zusammen mit der Schmalspurbahn Meißen - Wilsdruff am 21. Mai 1966 eingestellt. 6 Jahre wurde der Personen- und Güterverkehr auf dem Abschnitt Löthain - Lommatzsch noch aufrecht erhalten, da es damals noch keine andere Möglichkeit, die umfangreichen Ton- und Kaolinmengen auf der Strasse zu befördern, gab.Die Bahnanlagen wurden auf Verschleiß gefahren, bis am 28. Oktober 1972 die endgültige Stilllegung erfolgte.

Die letzten Jahre der Schmalspurbahn

Mitte der 60 er Jahre begann jedoch eine bis heute anhaltende verhängnisvolle Verkehrspolitik mit der Verlagerung der Güter von der Schiene auf die Straße. Die Deutsche Reichsbahn gab damals Gutachten zur Untersuchung der Wirtschaftlichkeit der Schmalspurbahnen in Auftrag und begann als Folge, ab 1964 mit der schrittweisen Stilllegung der Schmalspurbahnen,die 1972 mit dem verbliebenen Reststück des Wilsdruffer Netzes,von Löthain nach Lommatzsch, ein trauriges Ende fand.Von dem einst so ausgedehnten Schmalspurbahnnetz blieb in der Lommatzscher Pflege nur die Strecke von Oschatz über Mügeln nach Kemmlitz erhalten. Der Kaolintagebau in Kemmlitz sicherte der Bahn das Überleben.

Verkehrsträgerwechsel, so lautete das damalige Schlagwort für die Verlegung des Transportes der Schiene auf die Strasse. Eine verhängnisvolle Verkehrspolitik, die sich bis heute fortsetzt. Ab 1972 erfolgte der Transport des Tones durch den VEB Kraftverkehr Meißen zur Regelspurbahn nach Deutschenbora.Der Personenverkehr wurde durch die Buslinien ersetzt. 1973 baute man die Gleise vollständig ab und die Bahnhöfe wurden teilweise anderer Neutzung überlassen. Der Löthainer Bahnhof stand nach der Einstellung der Bahn einige Jahre leer und war dadurch dem Verfall preisgegeben. Die IG Verkehrsgeschichte Wilsdruff stellte im Jahr 2000 alle Bahnhofsgebäude zwischen Meißen-Buschbad und Lommatzsch unter Denkmalschutz, wodurch ein Abriss verhindert wurde.

Nach 10-jährigem Verfall und der Nutzung des Bahnhofsgebäudes als Jugendklub wurde im Jahre 2002 die Gemeinde Käbschütztal Rechtsträger und überließ das Gebäude und 356 Quadratmeter Grund und Boden dem Heimatverein. Nachdem dieser am 1. Juli 2002 die Nutzung übernahm, begannen rege Um- bzw. Rückbaumaßnahmen mit dem Ziel im Bahnhof Löthain ein Schmalspurmuseum mit einer ständigen Ausstellung über die Geschichte der ehemaligen Schmalspurbahnen in der Lommatzscher Pflege aufzubauen.

Das Schmalspurbahnmuseum in Löthain (Käbschütztal)

Heute widerspiegeln Wartehalle und Agenturraum wieder das Flair des Eisenbahnbetriebes seit den 30er Jahren. In der Wartehalle wurde eine dort übliche Holzbank in restauriertem Zustand aufgestellt und der Fußboden besteht wieder aus dem für Sachsen typischen Holzpflaster. In der Ecke der Wartehalle hängt wieder der Kasten mit dem Fernspecher, an dem früher die Zugbegleiter ihre Züge abmeldeten. Eine alte, restaurierte Leuchte erhellt den Warteraum und taucht ihn in ein schwaches Glühlampenlicht, so wie vor 50 Jahren.

Im Agenturraum möchte man meinen, der Bahnagent sei eben kurz einen Zug abfertigen gegangen. Vom Fahrkartenschrank und der Waschschüssel bis zum Schreibtisch mit Originalfrachtbriefen ist hier beinahe alles zu finden, was einst zu den Arbeitsmitteln des Bahnagenten in Löthain gehörte.

Mit der Innenausstatung des Löthainer Schmalspurbahnhofes ist der Aufbau des Museums jedoch keineswegs beendet.  Das Bahnhofsgebäude erhielt 2006 seine einstige Außenfarbe in "Patinagrün" zurück. Alte Licht- und Telegraphenmasten werden nach Vorbildfotos an den damaligen Stellen errichtet. Die einst ausgedehnte Ladestraße für den Kaolin- und Tonversand soll später ebenfalls in ihr ursprüngliches Aussehen versetzt werden.

Text: D. Frank, Sven Hofmann (Schmalspurbahnmuseum Löthain)



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