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Archäologisch-heimatkundliche Fahrradtour durch die Lommatzscher Pflege

Per Pedes durch die Lommatzscher Pflege

Foto: FöHK Am Paltzschener See

Am Samstag, den 17. Juni 2017 machten sich ca. 30 begeisterte Radfahrer von Lommatzsch aus auf den Weg durch die Lommatzscher Pflege. Zur 9. Archäologischen-heimatkundlichen Fahrradtour luden die Archäologische Gesellschaft in Sachsen e.V., der Förderverein für Heimat und Kultur in der Lommatzscher Pflege e.V. und der Landesverein Sächsischer Heimatschutz und das Landesamt für Archäologie ein.

Im 500. Jahr der urkundlichen Ersterwähnung ging es vom Schützenhaus in Lommatzsch aus in Richtung Altlommatzsch, Scheerau zum Paltzschener See, Roitzsch Pöhisg, entlang der Poststraße Richtung Stauchitz, nach Hof, Jahna, in Richtung Ostrau, Burgberg Zschaitz weiter in Richtung Neckanitz über Pitzschütz zurück nach Lommatzsch.

Auf der diesjährigen 35 km Tour wurden 3 Landkreise in Sachsen durchstreift. (Landkreis Meißen, Landkreis Nordsachsen und der Landkreis Mittelsachsen)

Herr Dr. Westphalen und Herr Dr. Strobel gaben an den einzelnen Punkten anschauliche Informationen. In Altlommatzsch erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes zu Bestattungssitten der frühen und jüngeren Bronzezeit. Einblicke erhielten die Teilnehmer in die archäologische Begleitung zur Errichtung der Windkraftanlage auf dem Tummelberg. Hier konnten mittels Grabungen Siedlungsstrukturen aus der Jungsteinzeit und Bronzezeit nachgewiesen werden. Auf besonders viel Keramik, in Form von Vorratsgefäßen mit zahlreichen Fragmenten sind die Archäologen bei Ihrer Arbeit gestoßen. Der nächste Stopp beim Heiligen See von Paltzschen, erforderte viel Vorstellungskraft. Die Teilnehmer wurden in die Welt des Orakelteiches von Glomaci entführt. Je nach Stimmung des Sees färbte er sich mit Weizen, Hafer und Eicheln zum Zeichen von Frieden und reicher Ernte. Färbte sich der Paltzschener See jedoch mit Blut und Asche war Krieg die Botschaft für das Kommende. Nachdem die schnurgerade Poststraße passiert war, konnten sich die Teilnehmer im Café Schwarz Weiß Stärken und die Weiterfahrt fortsetzen. Ein Highlight der Archäologisch-heimatkundlichen Fahrradtour war mit Sicherheit der Halt in Hof/Stauchitz an der Burg „Gana“. Seit dem 19. Jh. beschäftigt die Öffentlichkeit deren Lage und Existenz. Der Auffassung der Archäologen nach liegt die Burg „Gana“ in der Gemeinde Stauchitz. Nun standen die Teilnehmer vor einem Maisfeld. Mittels Plakaten und Berichten konnte Herr Dr. Strobel, jeden Teilnehmer die Bug „Gana“ vor seinem innerlichen Auge entstehen lassen. Mit wärmenden Sonnstrahlen im Rücken ging die Tour weiter nach Hof. Im Schloss von Hof empfing die Gruppe Bürgermeister Michael Reinhardt. Mit seinen Ausführungen zur Renovierung und zum Freilegen der renaissancezeitichen Kassettendecke im Schloss erhielten die Teilnehmer interessante Einblicke. Die Gruppe fuhr auf direkten Weg an der Kirche in Jahna vorbei in Richtung Ostrau, vorbei in Münchhof dem Dolomittagebau der Ostrauer Kalkwerke GmbH. Nach einem kurzen hefigen Anstieg erklomm die Gruppe den Zschaitzer Burgberg. Die frühmittelalterliche Burg auf einem markanten Bergsprung über dem Jahnatal gelegen ist einem sachsenweitern einmaligen Nutzen zugeschrieben wurden. Es ist gelungen Anliegen von Natur- und Denkmalschutz zu vereinbaren. Im Rahmen eines Verfahrens der ländlichen Neuordnung ist es der Sächsischen Landsiedlung GmbH in Meißen gelungen, hier eine Ökopunktfläche anzulegen und damit auch das archäologische Kulturdenkmal nachhaltig zu schützen. Ein letzter Stopp wurde in Neckanitz Nr. 5 eingelegt. Die Teilnehmer besuchten das Museum für ländliches Brauchtum. Das Fachwerkhaus aus dem 17 Jh. beherbergt heute Zeitzeugnisse aus dem Bereich der Landwirtschaft.

Gegen 17 Uhr traf die Radgruppe am Schützenhaus in Lommatzsch ein. Zum Schluss sind alle Teilnehmer den ausführlichen Erklärungen von Herrn Dr. Strobel, Landesamt für Archäologie, dankbar. Alle Teilnehmer freuen Sich auf neue Touren im Jahr 2018.

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